Kaffee wieder billig!

(17.11.2013)
Vor fünf Wochen senkte der Marktführer Tchibo den Preis für seine Kaffees um bis zu 50 Cent pro Pfund.
Begründet wurde der Preisrückgang mit den niedrigeren internationalen Rohkaffeenotierungen für Arabica-Bohnen. Kurze Zeit später senkten auch alle anderen Kaffeeröster ihre Preise. Anfang November zogen schließlich auch die Discounter, allen voran ALDI, nach.

Was für den Endverbraucher eine frohe Kunde, ist für die KaffeeProduzenten von Rohkaffee keine gute Nachricht. Denn sinkende Rohstoffpreise werden an die Kleinsten der Produktionskette durchgereicht. Egal ob in Brasilien, Peru, Äthiopien oder Indonesien, es betrifft alle Kaffeebauern dieser Welt. Sie müssen mit sinkenden Einnahmen für ihre Ernten rechnen.

Seit Januar 2013 schon fällt der Preis für Rohkaffee an den Handelsbörsen. Die International Coffee Organization (ICO) in London  listet den Preisverfall auf. So sank in den letzten elf Monaten der Preis für die Rohkaffeesorte Colombian Mild Arabicas um 24%, von 1,35 US-Dollar auf 1,07 US-Dollar pro Pfund.

Zu diesem Problem kommt für die Kaffeebauern in Mittelamerika auch noch der Kaffeerost, eine Pilzerkrankung der Kaffeepflanze, die zuletzt 1977 in diesem Umfang wütete. Epidemieartig sind in diesem Jahr alle Länder Mittelamerikas – von Guatemala bis Costa Rica – vom Kaffeerost betroffen. Und in ganz Mittelamerika wird eine Schädigung zwischen 20 und 40% der Pflanzungen genannt. Die Roya-Krankheit zeigt sich zuerst an gelben Flecken (Pilzsporen) unter den Blättern. Die Entwicklung führt dann dazu, dass die Blätter der Kaffeepflanze abfallen, der Stoffwechsel der Pflanze zum erliegen kommt und die Kaffeekirschen nicht mehr reifen, sondern an der Pflanze vertrocknen.

Vom internationalen Preisdruck weitgehend ausgeschlossen sind die Kaffeebauern, die unter dem Fairtrade-Siegel arbeiten. Deren Ernte wird unabhängig von Ernteeinbußen und Preisbildungen an internationalen Börsen für 1,35 bis 1,40 US-Dollar pro Pfund Rohkaffee abgekauft. Hinzu kommt die Fairtrade-Prämie für soziale Projekte vor Ort.

Kaffee bleibt weltweit weiterhin ein beliebtes Getränk. Allerdings dürfte der Import nach Deutschland im Kalenderjahr 2012 laut Schätzung der ICO um 6,7 Prozent auf 8,8 Millionen Sack zurückgegangen sein. Der globale Verbrauch wird auf 142 Millionen Sack geschätzt (plus 2,1 Prozent).

Mehr zum Thema Kaffeerost:
– ein Beitrag im manager-magazin
– eine pdf von Heidelberger Partnerschaftskaffee

Übrigens, auch in Leipzig gibt es einen fairen Partnerschaftskaffee – Der Leipziger.

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